Schutzkonzept

Stimmfarben e.V.

Präambel

Das Wohl der anvertrauten Kinder und Jugendlichen steht für den Verein Stimmfarben e. V. an oberster Stelle. Unsere Angebote sollen sichere Räume sein und als solche wahrgenommen werden. Dazu möchten wir Strukturen schaffen, in denen sich Kinder und Jugendliche sicher und wohl fühlen und ihre Rechte gewahrt werden. Dadurch können sie sich zu starken, einfühlsamen und individuellen Persönlichkeiten entwickeln. Jede:r hat eine Persönlichkeit, die es zu entdecken, weiterzuentwickeln, zu stärken und zu schützen gilt. Eine individuelle Entfaltungsmöglichkeit führt zu einem gesunden Selbstbewusstsein und die Fähigkeit zur Selbstbestimmung. Ein gestärktes Selbstbewusstsein schafft die Selbstverständlichkeit, eigene Grenzen zu formulieren und die anderer zu achten. Der Verhaltenskodex ist eine Orientierungshilfe für angemessene Verhaltensweisen im Umgang mit Kindern und Jugendlichen. Durch den Verhaltenskodex und das Schutzkonzept sollen Grenzverletzungen und (sexualisierte) Gewalt so schwer wie möglich gemacht werden. Alle, die im Verein Verantwortung übernehmen und Kontakt zu Kindern und Jugendlichen haben, haben diesen Verhaltenskodex als Leitfaden und leben diesen. Der Verhaltenskodex ist also die Umsetzung des Schutzkonzepts.

Verhaltenskodex

Ein zentraler Bestandteil des Schutzkonzepts von Stimmfarben ist der Verhaltenskodex.

Personal

Informationsweitergabe an ehren- und hauptamtliches Personal

Ehrenamtliche Mitarbeitende und hauptamtliches Personal im Bereich der Kinder- und Jugendchorarbeit des Vereins müssen Kenntnis über das Schutzkonzept des Vereins haben und sind diesem verpflichtet. Deshalb informieren wir bereits im Bewerbungs- bzw. Anstellungsverfahren von neuem Personal und Ehrenamtlichen über unser Schutzkonzept und Verhaltenskodex. Wir erläutern Aufgaben und Verantwortlichkeiten für diese Personen, aber auch deren Grenzen.

Alle ehrenamtlichen Mitarbeitenden und hauptamtliches Personal müssen den Verhaltenskodex unterschreiben.

Führungszeugnis

Mitarbeitende mit engem, intensivem oder regelmäßigem Kontakt mit Kindern und Jugendlichen müssen alle 3 Jahre ein Führungszeugnis beim stellvertretenden Vorstand vorlegen. Der stellvertretende Vorstand ist für die Dokumentation verantwortlich. Das betrifft die Chorleitung und Chorassistenz, sowie Helfer*innen mit engem und intensivem Kontakt wie bei Ausflügen mit Übernachtung. Für ehrenamtlich Mitarbeitende ist die Ausstellung eines Führungszeugnisses kostenlos mit einem Schreiben des Vereins.

Bei externer Beauftragung von Personen für punktuelle Tätigkeiten müssen die Personen kein Führungszeugnis vorlegen, sind aber über unser Schutzkonzept und Verhaltenskodex zu informieren, z. B. bei Stimmbildung. Ein anderes Beispiel wären ehrenamtliche Mitarbeitende, die bei Musicals die Kinder und Jugendlichen beim Umkleiden unterstützen.

Austausch von ehren- und hauptamtlichem Personal

Die Jugendleitung und/oder Vorstand organisieren zweimal jährlich ein Treffen von Chorleitung,
-assistenz und Vorstand. Die Treffen sollen dem Austausch und der Klärung dienen. Dabei sollen insbesondere folgende Themen in den Blick genommen werden: aktuelle pädagogische Arbeit und Herausforderung, kollegialer Austausch, Beratung und Feedback mit Blick auf die Kinder- und Jugendchorarbeit. Was dort und darüber hinaus über die Kinder und Jugendliche besprochen wird, bleibt zwischen den verantwortlichen Personen.

Fortbildung

Die ehrenamtlichen Mitarbeitenden und das hauptamtliche Personal verpflichten sich regelmäßig im Rahmen der zeitlichen Möglichkeiten an Fortbildungen teilzunehmen. Deshalb befürworten wir die Teilnahme an Fortbildungen. Dies kann auch durch Selbstlernkurse und online/digitalen Formaten erfolgen.

Folgende Kompetenzen und Fähigkeiten können dabei im Fokus stehen:

  • Präventionsschulung Kindeswohl und sexualisierte Gewalt
  • Elterngespräche führen, v.a. bei Konflikten
  • Herausforderndes Verhalten von Kindern
  • Grenzen pädagogischen Handelns
  • Partizipation
  • Vize-Chorleitungskurs
  • Gruppenleiterschulungen
  • Chorliteratur, die Kinder stark macht

Der Vorstand hat zur Aufgabe über aktuelle Angebote informiert zu sein und die regelmäßigen Fortbildungen einzufordern. Der Vorstand empfiehlt folgende Anbieter:

  • Kreisjugendreferat Landkreis Zollernalb
  • Feuervogel Zollernalbkreis: Kindeswohl, sexualisierte Gewalt
  • Schwäbische Chorjugend
  • Deutsche Chorjugend
  • Servicestelle Kinder- und Jugendbeteiligung BW
  • Juleica-Schulung (Schulungen der Jugendleiter-Card, Landesjugendring BW)
  • BMCO (Bundesmusikverband für Chor und Orchester)
  • de: Selbstlernkurse
  • Was ist los mit Jaron? Digitaler Grundkurs zum Schutz von Schüler*innen vor sexuellem Missbrauch

Prävention

Prävention ist ein zentraler Bestandteil unseres Schutzkonzepts. Durch gezielte Maßnahmen stärken wir Kinder und Jugendliche, schaffen Bewusstsein für Grenzen und fördern eine Kultur des Hinsehens und Handelns. Prävention beginnt im Alltag – in den Proben, im Umgang miteinander und in der Kommunikation mit Eltern und Bezugspersonen.

Transparenz und klare Strukturen

Um Sicherheit und Vertrauen zu gewährleisten, setzen wir auf klare Abläufe: So sind unsere Schnupperangebote nur nach Voranmeldung möglich. Neue Kinder können erst nach vorheriger Anmeldung an Schnupperproben teilnehmen. Dies stellt sicher, dass alle Beteiligten informiert sind und die Gruppe geschützt bleibt. Auch im Choralltag legen wir Wert auf offene Kommunikation und nachvollziehbare Prozesse – sei es bei der Gestaltung von Proben oder im Kontakt mit Eltern.

Stärkung der Kinder und Jugendlichen

Wir wollen Kinder und Jugendliche darin bestärken, ihre eigenen Grenzen zu erkennen und zu kommunizieren. Gleichzeitig lernen sie, die Grenzen anderer zu respektieren. Dies geschieht durch:

  • Thematische Einbindung in die Chorarbeit: Wir nutzen Proben, um spielerisch und kreativ Themen wie Nähe und Distanz, eigene Grenzen und Respekt vor den Grenzen anderer zu bearbeiten. Altersgerechte Gespräche, Rollenspiele oder kreative Methoden helfen, diese Inhalte zu vermitteln. Dabei erhalten die Kinder Materialien oder Impulse zum Mitnehmen – etwa kleine Aufgaben, Reflexionsfragen oder kreative Ideen. Oder es wurde bereits in den thematischen Proben etwas gestaltet, das mit nach Hause genommen wird. So bleibt das Erlebte und Besprochene im Gedächtnis, und auch Eltern werden indirekt informiert und einbezogen.
  • Lieder und Musik als Medium: Wir üben mit den Chören Lieder ein, die das Selbstbewusstsein stärken und Prävention thematisieren. So wird Prävention erlebbar und bleibt präsent

Informationen und Hilfsangebote sichtbar machen

Wir stellen sicher, dass alle Beteiligten wissen, wo sie Hilfe finden:

  • Beratungs- und Anlaufstellen: Kontaktdaten von Beratungsstellen (z.  Nummern gegen Kummer, lokale Anlaufstellen) sind auf unserer Homepage, in der KonzertmeisterApp und im Proberaum leicht zugänglich.
  • Regelmäßige Aktualisierung: Die Informationen werden regelmäßig überprüft und ergänzt, um stets aktuelle Hilfsangebote bereitzuhalten.

Sensibilisierung der Eltern

Eltern sind wichtige Verbündete im Schutzkonzept. Wir informieren sie über:

  • Die Bedeutung von Präsenz und Aufmerksamkeit während der Chorarbeit, den Umgang mit Fremden im Probenraum und wie sie ihre Kinder im Choralltag begleiten können.
  • Anzeichen, die auf Grenzüberschreitungen hindeuten könnten, und Wege, wie sie handeln können.

Ziel unserer Präventionsarbeit ist es, eine Umgebung zu schaffen, in der sich Kinder und Jugendliche sicher fühlen, ihre Stimme erheben und wissen: Hier wird auf mich geachtet.

Kooperationen

Bei einer Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern wie anderen Vereinen oder Schulen informieren wir uns, ob sie über ein Schutzkonzept und einen Verhaltenskodex verfügen. Wir klären, ob deren Schutzkonzept und Verhaltenskodex unseren Anforderungen entspricht. Sollten Kooperationspartner kein Schutzkonzept haben, informieren wir sie über unseres. Wir setzen sie als notwendige Grundlage des Miteinanders für eine gemeinsame Kooperation voraus.

Öffentlichkeitsarbeit

Über unsere Website stimmfarben.org informieren wir über unser Schutzkonzept und unseren Verhaltenskodex. Bei der Erstellung von Einverständnis- und Datenschutzerklärungen werden die Inhalte des Schutzkonzepts berücksichtigt.

Lob, Kritik, Beschwerden

Wir ermöglichen, dass Kinder und Jugendliche ihre Bedürfnisse, Wünsche und Anregungen frei äußern können. Aus diesem Grund integrieren wir in unsere Kinder- und Jugendchorarbeit regelmäßig Möglichkeiten, niederschwellig Feedback zu geben.

Folgende Beschwerdewege werden für alle (Außenstehende, haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende) angeboten:

So werden Möglichkeiten kommuniziert, Lob und Kritik zu äußern:

  • beim Erstgespräch mit neuen Ehren- und Hauptamtlichen
  • über den Verhaltenskodex, der beispielsweise auf der Homepage des Vereins als Download zur Verfügung steht
  • auf der Homepage stimmfarben.org unter der Rubrik Kontakt und bei den Ausführungen zum Schutzkonzept
  • in Briefen an Eltern, Kinder und Jugendlichen wie Teilnehmendeninformationen zu Veranstaltungen

Die Beschwerden werden von der angesprochenen Person eingeordnet entsprechend folgenden Kategorien:

Bei einem Hinweis auf Gewalt ist dem Handlungsleitfaden zu folgen.

Eine Übersicht an Hilfe- und Anlaufstellen findet sich hier.